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Fasten belebt Körper und Seele

Nichts essen, nur trinken, soll sich ein Mensch, der sein Leben genießen will, einer solchen Kur unterziehen? Was tut man sich da an, und wie wirkt sich Fasten überhaupt aus?

Sobald der Magen nach der letzten Mahlzeit entleert ist, beginnt er sich zusammenzuziehen. Dadurch und mit dem sinkenden Blutzucker signalisiert er dem Gehirn, dass es gut wäre, wieder etwas zu essen. Bekommt der Magen jetzt keine neue Nahrung, startet der Körper ein Energiesparprogramm. Er greift auf eigene Energiereserven zurück. Allerdings braucht er dabei immer ausreichend Flüssigkeit. Austrocknen darf der Körper nicht.

Schon zwölf Stunden später stellt er sich auf den Hungerstoffwechsel um, eine Art innere Verdauung beginnt. Der Stoffwechsel wird gedrosselt, die Körpertemperatur abgesenkt, der Adrenalinspiegel angehoben. Aus Muskeleiweiß wird Glukose als Energielieferant gebildet. Dabei schwinden anfangs pro Tag 75 Gramm Muskelmasse. Schon vom dritten Tag aber wird nahezu der gesamte Energiebedarf aus den Fettpolstern gedeckt.

Der Körper wird entgiftet, Schadstoffe werden ausgeschieden, überflüssige Pfunde werden abgebaut. Der Mensch wird ruhiger, entspannt sich, distanziert sich vom Alltag. Die Hungergefühle werden schon bald nicht mehr wahrgenommen. Der ganze Magen-Darm-Trakt wird entleert und ruhig gestellt. Herz, Kreislauf und Atmung werden durch die allgemeine Entgiftung sowie durch Gewichtsabnahme entlastet, Selbstreinigungskräfte werden aktiviert. Das Gehirn produziert das Glückshormon Serotonin. Durch Fasten entsteht ein Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit. Es setzt eine vertiefte Wahrnehmung des Lebens ein. In allen Religionen wird das als Versenkung in göttliche Kräfte betrachtet.

Durchschnittlich 400 Gramm verliert der Fastende täglich. Menschen können über mehrere Wochen von ihren im Körper eingelagerten Energiereserven leben. Das ist in die Natur des Menschen so hineingelegt. Schließlich stand er in seiner jahrtausendelangen Entwicklung nicht wie heute immer vor einem gedeckten Tisch.

Aber daran sind wir heutigen Menschen gewöhnt, und so wird verständlich, dass Ärzte warnen, sich so ohne weiteres in eine Fastenkur zu stürzen. Es muss festgestellt werden, ob der körperliche Zustand, Vorerkrankungen nicht hindern, dass man eine solche Ernährungsumstellung überhaupt verträgt. Schon der Abbau von Muskelmasse, auch Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Reizbarkeit, Depressivität können zu den Begleiterscheinungen gehören. Daher wird im allgemeinen eine vorherige ärztliche Untersuchung oder ärztliche Begleitung beim Fasten notwendig sein.

Zahlreiche Formen des Fastens, um die Folgen abzumildern und die Wirkung zu verbessern, werden empfohlen. Am bekanntesten ist das Heilfasten nach Dr. Buchinger. Dabei werden dem Körper Wasser, Kräutertee, Obstsäfte, Honig, Gemüsebrühe, etwa 250 Kalorien pro Tag, zugeführt. Zusätzlich wird durch Einnahme von Bittersalzen die Darmentleerung gefördert. Bewegungsübungen, Bäder und Massagen begleiten das Programm. Man muss zum Fasten dann nicht Urlaub nehmen. In diesem Falle fühlt man sich fitt und kann seiner Arbeit nachgehen. Am Ende wird auf eine Aufbauphase als Eintritt in eine normale Ernährung wert gelegt.

Sein Körpergewicht reduziert aber nur der auf Dauer, der danach in eine andere, kalorienarme, gesunde Ernährung umsteigt. Neue Lebenserfahrungen machen, gesund und schlank werden, Stress abbauen, dazu könnte Fasten dienen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, ob Sie eine Fastenkur machen sollten und welche für Sie die richtige wäre.